Während manche Gemeinden in Niederösterreich aufgrund der Trockenheit zum Wassersparen aufrufen müssen, sieht man die Lage im Wasserleitungsverband Unteres Pitten- und Schwarzatal (Bezirk Neunkirchen) derzeit entspannt. Denn im Zeitraum 2021 bis 2024 benötigte der Verband im Schnitt nur 35 Prozent seiner jährlich verfügbaren Wasserressourcen, um seinen Bedarf zu decken.
Auch an Tagen mit hohem Verbrauch war die Versorgung gesichert, schreiben die Rechnungshofprüfer. Das gelieferte Wasser entsprach der Trinkwasserverordnung. Der Verband, der acht Gemeinden im südlichen Niederösterreich umfasst und etwa 16.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt, wurde aufgrund einer Stichprobe nach dem Zufallsprinzip ausgewählt.
Hohe Sanierungsrate
Das Leitungsnetz des Verbands war zudem in einem guten Zustand, heißt es weiter. Pro Jahr erneuerte der Verband durchschnittlich 2,2 Prozent seines Netzes und lag damit über der empfohlenen Rate. Die positive Folge: Die Wasserverluste sanken im Überprüfungszeitraum. Wegen des Alters der Rohre solle der Verband aber weiterhin kontinuierlich Leitungen erneuern, wird im Bericht betont.
In den Jahren 2021 bis 2023 überstiegen die Ausgaben des Verbands allerdings die Einnahmen, nur 2024 gab es ein positives Ergebnis. Die Voranschläge für 2025 und 2026 wiesen ein negatives Nettoergebnis aus. Der Verband investierte im überprüften Zeitraum 1,12 Millionen Euro in seine Infrastruktur. Im Oktober 2024 nahm er zudem einen Kredit in der Höhe von 1,2 Millionen Euro für den Neubau eines Hochbehälters auf.
Gebühren regelmäßiger berechnen
Der Gesamtaufwand des Verbands stieg von 2,2 Millionen Euro im Jahr 2021 auf fast drei Millionen Euro im Jahr 2024. Einen mittelfristigen Finanzplan gab es bisher aber nicht. Deshalb empfiehlt der Rechnungshof, die Finanzgebarung und nötige Sanierungen nicht nur für ein, sondern für fünf Jahre zu planen und die Gebühren regelmäßig neu zu berechnen. Die Wasseranschlussgebühr wurde etwa seit 2012 nicht angepasst.
Im Wasserleitungsverband reagierte man auf Anfrage von noe.ORF.at sehr erfreut über das Ergebnis des Rechnungshofes. Manche kleinen Empfehlungen seien bereits umgesetzt worden, eine mittelfristige Finanzplanung will man mit dem nächsten Rechnungsabschluss Ende des Sommers beschließen.